Rentner in Not: Hohe Mieten treiben immer mehr Ältere in die Armut
Immer mehr Rentner in Deutschland geraten in finanzielle Bedrängnis, da hohe Mieten viele in die Armut treiben. Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau, warnt, dass bezahlbarer Wohnraum mittlerweile die drängendste soziale Herausforderung des Landes sei. Ohne Gegenmaßnahmen prognostizieren Experten einen deutlichen Anstieg der Wohnungsnot unter älteren Generationen in den kommenden Jahren.
Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts zeigt, dass allein in Nordrhein-Westfalen über eine Million Babyboomer bis zum nächsten Jahrzehnt Schwierigkeiten haben könnten, sich Wohnen leisten zu können. Diese Gruppe macht etwa 40 Prozent der Nachkriegsgeneration aus, die bis 2036 in Rente gehen wird. Bundesweit werden mehr als 5,1 Millionen Rentner eine gesetzliche Rente von unter 800 Euro im Monat beziehen – und sind damit den steigenden Lebenshaltungskosten schutzlos ausgeliefert.
Bereits jetzt sind über 760.000 Rentner auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Ruheständler. Feiger fordert dringende Maßnahmen, darunter einen massiven Ausbau des Wohnungsneubaus. Er argumentiert, dass ein größeres Angebot die Mietpreise entlasten und gleichzeitig die Wirtschaft ankurbeln würde.
Der Gewerkschaftschef betont, dass ein Scheitern bei der Bewältigung der Krise viele ältere Menschen in finanzielle Not treiben könnte. Angesichts weiter steigender Mieten könnten selbst ehemalige Wohneigentümer im Ruhestand ihre Wohnkosten nicht mehr decken.
Die Warnung kommt zu einer Zeit, in der die alternde Bevölkerung Deutschlands mit einer doppelten Belastung konfrontiert ist: niedrigen Renten und explodierenden Mieten. Feigers Vorschlag, den Wohnungsbau zu beschleunigen, zielt darauf ab, eine Welle von Altersarmut durch Wohnungsnot zu verhindern. Ohne gezielte Eingriffe wird die Zahl älterer Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, in den nächsten Jahren deutlich steigen.






