05 April 2026, 00:57

US-Klimaforscher fliehen nach Europa – und Russland schließt die Tür

Eine animierte Deutschlandkarte mit einem roten Pfeil, der auf einen violetten Punkt zeigt.

US-Klimaforscher fliehen nach Europa – und Russland schließt die Tür

US-Forscher blicken zunehmend nach Europa – Klimaforschung in den USA verliert an Schwung

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Angesichts schrumpfender Mittel für die Klimaforschung in den USA richten amerikanische Wissenschaftler ihren Blick vermehrt auf Europa. Dieser Trend ist das Ergebnis jahrelanger Unsicherheit in der US-Bundespolitik, die viele Akademiker in deutsche Einrichtungen treibt. Gleichzeitig haben politische Spannungen den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gezwungen, seine Aktivitäten in Russland komplett einzustellen.

Der Rückgang der US-Fördergelder für die Klimaforschung setzt Spitzenuniversitäten unter Druck. Seit der Amtszeit von Donald Trump hat die instabile Bundespolitik zentrale Programme bedroht – darunter auch solche am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA. Als Reaktion schlug Kalifornien das Gesetz SB 895 vor, eine staatliche Investition in Höhe von 23 Milliarden Dollar, um die Führungsrolle des Bundesstaats in der Raumfahrt- und Klimaforschung zu sichern. Eliteuniversitäten wie Harvard, Stanford und Princeton melden jedoch keine konkreten Einbußen bei ihrer Drittmittel-Finanzierung.

Angesichts begrenzter Perspektiven in den USA wenden sich amerikanische Forscher vermehrt Deutschland zu. Die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen einen deutlichen Anstieg an Anfragen von US-Wissenschaftlern. Die Bewerbungen für DAAD-Stipendien auf Master-Ebene haben sich mehr als verdoppelt – ein klares Zeichen für die wachsende Nachfrage. Joybrato Mukherjee, Präsident des DAAD, bestätigte diesen Wandel: "Aktuell gibt es eine enorme Bewegung."

Die Entwicklung steht im Kontrast zur sinkenden deutschen Nachfrage nach US-Programmen. Die Anträge von deutschen Studierenden und Doktoranden für amerikanische Austauschvorhaben sind um etwa zehn Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stellt der DAAD seine Aktivitäten in Moskau ein und schließt das Deutsche Haus für Forschung und Innovation, nachdem Russland die Organisation als "unerwünscht" eingestuft hatte. Russischen Bürgern, die mit dem DAAD kooperieren, drohen nun nach lokalem Recht strafrechtliche Konsequenzen.

Die Schließung der DAAD-Niederlassung in Russland und der Anstieg der US-Bewerbungen verdeutlichen eine grundlegende Neuausrichtung der akademischen Mobilität. Deutsche Einrichtungen entwickeln sich zu einem zentralen Ziel für US-Klimaforscher, während politische Hürden den Austausch mit Russland erschweren. Die langfristigen Auswirkungen auf die internationale Forschungszusammenarbeit bleiben abzuwarten.

AKTUALISIERUNG

US Researchers Flock to Germany: New Data Reveals Sharp Rise in Applications

Germany is witnessing a significant influx of US researchers, with new data underscoring the trend. Key developments include:

  • The Alexander von Humboldt Foundation recorded a 32% rise in US applications in 2025, surging to 65% in Q4.
  • The Max-Planck-Gesellschaft's Lise-Meitner program saw three times more US applications in 2025.
  • The Helmholtz Association reported an 11% increase in long-term US researchers, contrasting with a 17% drop in short-term guests.