Wie Hans Albers und Shanties Hamburgs maritime Seele prägten
Die Blütezeit der Seemannslieder hinterließ tiefe Spuren in der deutschen Musik – besonders im lebhaften Hamburger Hafen. Eine ihrer bekanntesten Figuren war Hans Albers, der "blonde Hans", dessen Filme und Lieder die Sehnsucht nach dem weiten Meer einfingen. Sein Film "Große Freiheit Nr. 7" aus dem Jahr 1944 erzählte die Geschichte eines Matrosen, der vom Entkommen träumt – ein Motiv, das tief in der maritimen Vergangenheit der Stadt verwurzelt ist.
Hamburgs Verbindung zu den Shanties begann im 19. Jahrhundert, als die Stadt als globaler Schifffahrtsknotenpunkt blühte. Matrosen sangen rhythmische Arbeitslieder, um die harten Aufgaben an Bord der Großsegler zu koordinieren, und diese Melodien hallten später in den Kneipen der Reeperbahn wider. Die Tradition lebte weiter – etwa durch Gruppen wie die Pilotenchöre, die historische Shanties bis heute aufführen.
Hans Albers wurde zur Ikone dieser Ära, vor allem als Hannes Kröger in "Große Freiheit Nr. 7". Der Film begleitet den singenden Seemann Kröger, der an Land gefangen ist, bis er endlich auf der "Padua" – einem viermastigen Segelschiff – anheuert und in See sticht. Dieses Schiff, heute unter dem Namen "Krusenstern" bekannt, fährt noch immer als russisches Schulschiff über die Meere.
Für einen jungen Musikliebhaber prägten diese Lieder die Kindheit. Aufgewachsen in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel, saugte der Autor die Klänge von klirrendem Metall und fernen Schiffshörnern in sich auf. Der Einfluss des Meeres war allgegenwärtig – von Kirchenchormelodien bis zu einer kurzen Zeit beim Lotsen-Gesangverein, einem Chor der Hafenlotsen. Künstler wie Freddy Quinn, Lale Andersen und natürlich Albers selbst entfachten eine Leidenschaft für Shanties, die Nostalgie mit Abenteuerlust verband.
Die "Padua" pflügt noch heute unter neuem Namen durch die Wellen, genau wie die Shanties in Hamburger Kneipen und Chören weiterleben. Die Kindheit des Autors, geprägt von Werftgeräuschen und Albers' Filmen, spiegelt wider, wie die maritime Kultur einst eine ganze Stadt prägte – und wie ihre Lieder die Menschen bis heute ans Meer zurücktragen.






