Wiesbadens Fastnachtszug tauscht "Ente" gegen Gans – wegen Mainzer Markenstreit
Lara MeyerWiesbadens Fastnachtszug tauscht "Ente" gegen Gans – wegen Mainzer Markenstreit
Wiesbadens Fastnachtssonntagszug verzichtet künftig auf seine traditionelle "Ente" – nach juristischem Druck aus Mainz. Die Figur, die fast 20 Jahre lang den Abschluss des Umzugs bildete, wird nun zur Gans umgestaltet, um Markenrechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Die Veranstalter kündigten zudem eine Namensänderung und Designanpassungen an, um sich von dem geschützten Symbol der Mainzer zu distanzieren.
Die betroffene Figur, lokal als "Zugen(d)te" bekannt, krönte jahrelang den Umzug als Hommage an die Reinigungskräfte in Warnwesten. Im Gegensatz zur gelben Mainzer Ente trägt die Wiesbadener Variante weiße Federn und hält einen Besen – Eigenschaften, die eher an eine Gans erinnern. Trotz dieser Unterschiede reichte der Mainzer Carneval-Verein (MCV) Beschwerde ein und argumentierte, Name und Konzept verletzten ihre geschützte Marke "Zugente".
Die Wiesbadener Organisationsgruppe Dacho reagierte mit der Umbenennung des Wagens in "Gans am End". Der künstlerische Leiter Guntram Eisenmann bestätigte, dass die Beschriftung der Figur entfernt und das Design weiter überarbeitet wird. Die Änderung folgt einer Entscheidung vom 15. Februar, rechtliche Schritte zu vermeiden – obwohl die Figur seit zwei Jahrzehnten als Dank an die Stadtreinigung diente.
Mainz setzt damit Markenschutz über gemeinsame Fastnachtsbräuche. Hannsgeorg Schönig, Präsident des MCV, bestand auf der Durchsetzung der Rechte, was Wiesbadens schnelle Umgestaltung auslöste. Die neue gänsebasierte Schlussfigur wird 2026 Premiere feiern und bleibt zwar Abschlussakt, aber mit eigenem Profil.
Die überarbeitete "Gans am End" behält ihren Platz am Ende des Wiesbadener Zugs – nun jedoch als weiße Gans statt Ente. Namens- und Designänderungen sichern die Einhaltung des Mainzer Markenrechts, bewahren aber den Geist der Tradition. Die Veranstalter betonten, dass die Figur weiterhin die Reinigungskräfte ehren wird – nur unter neuem Erscheinungsbild.
Wiesbaden's 'Gans am End' debuts as Germany's only goose-ending parade
The redesigned 'Gans am End' made its debut on 20 February 2026, resolving the trademark dispute with Mainz. Wagenbauer Mario Kollozeike confirmed the white goose design avoids yellow Mainz duck associations. The 77th DACHO parade attracted 350,000 spectators, with the goose becoming a symbolic highlight. Wiesbaden now holds a unique distinction as Germany's only carnival ending with a goose.






