Amanda Knox unterstützt verurteilte Kindermörderin Lucy Letby – und löst Empörung aus
Leon KrausAmanda Knox unterstützt verurteilte Kindermörderin Lucy Letby – und löst Empörung aus
Amanda Knox hat sich offen über ihre Unterstützung für Lucy Letby geäußert, die ehemalige Krankenschwester, die wegen Mordes an sieben Babys verurteilt wurde. Bei einer Veranstaltung in London enthüllte sie, dass sie Letby einen Brief sowie ein Exemplar ihrer Autobiografie Frei geschickt habe und sich dabei auch an die Familien der Opfer gewandt habe. Die Äußerungen fielen im Rahmen einer Diskussion über Knox' eigene Erfahrungen mit Fehlurteilen und Haft.
Ihre Worte haben die Debatte neu entfacht, insbesondere nachdem der Anwalt der Familie Kercher ihr vorwarf, das Andenken an Meredith Kercher für persönlichen Gewinn auszunutzen.
Knox sprach sich bei einer Fragerunde zu ihrem Dokumentarfilm Der Wolf im Nacken für Letby aus. Sie erzählte dem Publikum, sie habe sowohl an Letby als auch an deren Eltern geschrieben und die inhaftierte Krankenschwester aufgefordert, "an der Hoffnung festzuhalten". Ein Teilnehmer bestätigte später Knox' Aussagen und fügte hinzu, der Austausch sei emotional gewesen.
Die Veranstaltung berührte auch Knox' eigene Vergangenheit. Als sie über ihre Verurteilung im Jahr 2007 wegen des Mordes an Meredith Kercher sprach – ein Urteil, das später aufgehoben wurde – kämpfte sie mit den Tränen. In ihrem 2022 erschienenen Buch Frei schildert sie ihr Leben nach der Haft und ihren anhaltenden Kampf um Rehabilitierung.
Francesco Maresca, der Anwalt der Familie Kercher, kritisierte Knox kurz darauf scharf. Er warf ihr vor, sich an Kerchers Erinnerung zu "bereichern", und behauptete, ihre öffentlichen Auftritte und Projekte würden den Fall ausnutzen. Knox wies diese Vorwürfe wiederholt zurück und argumentierte, dass die Infragestellung eines Urteils keinen lückenlosen Beweis der Unschuld erfordere.
In einem separaten Projekt startete Knox einen Podcast, der sich mit dem Fall Letby befasst. Sie betonte, die Serie konzentriere sich auf die juristischen Fakten und nicht auf Letby als Person, um Spekulationen über die verurteilte Krankenschwester zu vermeiden.
Knox' Brief an Letby und ihre öffentlichen Stellungnahmen haben sowohl Aufmerksamkeit als auch Kritik auf sich gezogen. Der Anwalt der Familie Kercher hält ihre anhaltende Beschäftigung mit dem Fall für opportunistisch. Gleichzeitig rücken Knox' Podcast und Dokumentarfilm die Debatte über Gerechtigkeit, Verurteilungen und Medienaufmerksamkeit erneut in den Fokus.






