14 April 2026, 22:08

Das vergessene Leid der Gastarbeiter-Generation und ihre Kinder heute

Eine Zeichnung eines mehrstöckigen Gebäudes mit zahlreichen Fenstern und einem Schornstein, das mutmaßlich ein Psychiatriekrankenhaus in Deutschland darstellt, mit zusätzlichem Text auf dem Papier.

Das vergessene Leid der Gastarbeiter-Generation und ihre Kinder heute

Vor über 60 Jahren warb Deutschland ausländische Arbeitskräfte an, um den Arbeitskräftemangel nach dem Zweiten Weltkrieg zu beheben. Viele kamen in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft – darunter auch die Eltern des Komikers Fatih Çevikkollu. Doch die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert waren – von sozialer Isolation bis hin zu unzureichender psychischer Gesundheitsversorgung – wirken sich bis heute auf ältere Migrantinnen und Migranten aus.

In den 1960er-Jahren holte Deutschland sogenannte Gastarbeiter ins Land, um den wirtschaftlichen Wiederaufbau voranzutreiben. Sowohl die Regierung als auch die Arbeitskräfte gingen damals davon aus, dass diese irgendwann in ihre Heimat zurückkehren würden. Integration und Sprachkurse wurden daher vernachlässigt. Als sich der Arbeitskräftemangel in den 1970er-Jahren jedoch fortsetzte, wurde das Rotationsprinzip aufgegeben – viele blieben für immer.

Fatih Çevikkollus Mutter, die in der Türkei als Grundschullehrerin gearbeitet hatte, nähte in Deutschland als Textilarbeiterin. Dieser soziale Abstieg trug vermutlich zu ihren späteren Problemen bei. Sie lebte allein, litt unter psychischen Erkrankungen und erkrankte in ihren letzten Jahren wahrscheinlich an einer Psychose.

Ältere Migrantinnen und Migranten leiden heute häufig unter Einsamkeit, die zu schweren psychischen Belastungen führen kann. Dennoch erreichen nur etwa zehn Prozent der über 65-Jährigen mit Migrationshintergrund jemals eine psychiatrische Behandlung. Kulturelle Unterschiede im Verständnis von Krankheit erschweren die Therapie zusätzlich. Expertinnen und Experten fordern daher mehr interkulturelle Schulungen in Medizin und Therapie, um diese Patientengruppe besser zu unterstützen.

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Das Erbe der Gastarbeiter-Ära prägt noch immer das Leben älterer Migrantinnen und Migranten. Ohne kultursensible Betreuung kämpfen viele weiterhin im Stillen. Der Ausbau interkultureller Angebote in der Psychiatrie könnte helfen, die Lücken für diejenigen zu schließen, die am dringendsten Unterstützung benötigen.

Quelle