FDP-Stadtrat Dzamastagic attackiert Solinger Politik – und unterstützt Flemm im Bürgermeisterwahlkampf
Marie KrügerFDP-Stadtrat Dzamastagic attackiert Solinger Politik – und unterstützt Flemm im Bürgermeisterwahlkampf
Die Solinger Politikszene steht nach scharfer Kritik des scheidenden FDP-Stadtrats Dario Dzamastagic in der Diskussion. In jüngsten Äußerungen bezog er Stellung zum anstehenden Stichwahlkampf um das Bürgermeisteramt, zum Zusammenbruch eines lokalen politischen Netzwerks und zur Ausrichtung der großen Parteien der Stadt. Zudem ging er auf einen aktuellen Menschenhandelsskandal ein, der die Region erschüttert hat.
Besonders deutlich sprach Dzamastagic Daniel Flemm seine Unterstützung aus und bezeichnete ihn als die einzige glaubwürdige Option im Rennen um das Rathaus. Er hob Flemms Rolle bei der Aufdeckung von Missständen sowie sein Eintreten für Transparenz, Ehrlichkeit und einen Neuanfang für Solingen hervor. Gleichzeitig würdigte der scheidende Stadtrat Markus Preuß für dessen Engagement und Mut – trotz der Kontroversen um dessen politisches Umfeld.
In einer breiteren politischen Analyse warf Dzamastagic der SPD vor, in zentralen Fragen wie Wirtschaftsförderung, Wohnungsbau und der Belebung der Innenstadt keine klare Linie zu erkennen. Er forderte die Partei auf, sich wieder an den Prinzipien früherer Führungspersönlichkeiten wie Helmut Schmidt und Willy Brandt zu orientieren, statt einem "irreführenden Kurs" zu folgen.
Seine Kritik richtete sich auch gegen die Grünen, die er beschuldigte, die SPD in eine "zentralistische, elitäre und letztlich undemokratische" Richtung zu lenken. Dzamastagic verwies dabei auf das sogenannte Kurzbach-Neumann-Preuß-Buchholz-Netzwerk, dessen Zerfall er als Befreiung für die Stadt bezeichnete. Der jüngste Fall von Menschenhandel in Solingen unterstrich für ihn zudem die Defizite in der lokalen Regierungsführung und bei der Rechenschaftspflicht.
Angesichts der bevorstehenden Stichwahl verleiht Dzamastagics Unterstützung Flemms Kandidatur zusätzlichen Rückenwind. Seine Aussagen spiegeln zugleich die weitverbreitete Unzufriedenheit mit dem Solinger Politikbetrieb wider – von innerparteilichen Gräben bis hin zu den Folgen aktueller Skandale. Die Wahl wird zeigen, ob Flemms Vision von Transparenz und Reform bei den Wählerinnen und Wählern auf breitere Zustimmung stößt.






