15 January 2026, 20:39

Deutsche Bahn lässt acht marode Stellwerke auf der Strecke Hagen–Köln einfach verrosten

Ein altes Stadtplan von Wien, Deutschland, mit roten Linien, die eine Bahnroute markieren, auf Papier gedruckt.

Deutsche Bahn lässt acht marode Stellwerke auf der Strecke Hagen–Köln einfach verrosten

Die Deutsche Bahn hat bestätigt, dass sie acht veraltete Stellwerke entlang der Strecke Hagen–Wuppertal–Köln nicht modernisieren wird. Diese Entscheidung fällt trotz Warnungen vor dem sich verschlechternden Zustand der Anlagen. Kritiker bezeichnen die insgesamt geplanten Sanierungsmaßnahmen als unzureichend und schlecht getimt.

Die Stellwerke in Schwelm, Solingen und am Hagener Hauptbahnhof sind derzeit als "mangelhaft" eingestuft. Zwei weitere in Wuppertal-Oberbarmen und Wuppertal-Steinbeck befinden sich sogar in einem kritischen Zustand. Dennoch wird keines davon im Rahmen des laufenden Modernisierungsprojekts der Deutschen Bahn ersetzt.

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Dr. Richard Lutz, bis vor kurzem Mitglied des Aufsichtsrats der DB InfraGO, verteidigte die Entscheidung. Als Hauptgründe nannte er fehlende Planungszeit und das Fehlen konkreter Projekte in der Pipeline. Der grüne Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel verurteilte den Schritt scharf und bezeichnete es als inakzeptabel, den desolaten Zustand der Stellwerke zu ignorieren. Darüber hinaus sollen nur sechs Hauptbahnhöfe entlang der Strecke vollständig saniert werden, von denen vier als "zukunftsfähige Bahnhöfe" eingestuft werden. Die Modernisierung von sechs S-Bahn-Stationen wird hingegen erst nach 2027 abgeschlossen sein. Auch das neue Europäische Zugsicherungssystem (ETCS) wird auf dieser Strecke nicht eingeführt. Der Verkehrsexperte Ulrich Lange bezeichnete die gesamten Sanierungsarbeiten als "halbherzige Lösung". Seine Kritik unterstreicht die grundsätzlichen Bedenken hinsichtlich Umfang und Wirksamkeit des Projekts.

Damit bleiben fünf Stellwerke in kritischem oder sehr schlechtem Zustand ohne geplante Verbesserungen zurück. Das Modernisierungsprojekt der Deutschen Bahn wird ohne die Einführung von ETCS und ohne vollständige Bahnhofsmodernisierungen mindestens bis 2027 fortgeführt. Die Folge ist die anhaltende Abhängigkeit von veralteter Infrastruktur auf einer wichtigen Regionalstrecke.