04 January 2026, 18:06

Düren diskutiert Rückkehr der Kita-Gebühren – Eltern fühlen sich getäuscht und verunsichert

Schüler in Uniformen stehen auf einem Weg und halten Papiere, wobei ein Mädchen in ein Mikrofon auf einem Ständer spricht; im Hintergrund ist eine Mauer mit einer Hütte darauf zu sehen, die mit Luftballons geschmückt ist.

Düren diskutiert Rückkehr der Kita-Gebühren – Eltern fühlen sich getäuscht und verunsichert

Im Kreis Düren wird heute diskutiert, ob die Kita-Gebühren wieder eingeführt werden sollen. Die meisten dieser Kosten waren 2018 abgeschafft worden, doch finanzielle Engpässe und eine mögliche Kehrtwende in der Landespolitik haben die Debatte neu entfacht. Eltern und Verantwortliche stehen nun vor der Ungewissheit, wie sich die Betreuungskosten für Kinder in der Region entwickeln werden.

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Der Anstoß für die erneute Prüfung kommt von der Bezirksregierung Köln, die die seinerzeitige Regelung zur Abschaffung der Gebühren überarbeitet. Unterdessen wirft der Elternbeirat des Jugendamts den Politikern vor, die Familien in der Sache getäuscht zu haben.

2018 hatte der Kreis Düren die Kita-Gebühren weitgehend gestrichen – nur Eltern mit einem Jahreseinkommen von über 120.000 Euro mussten weiterhin für die Kinderbetreuung zahlen. Die Entscheidung folgte einer landesweiten Reform, die frühkindliche Bildung für alle zugänglicher machen sollte. Doch nun sieht sich der Kreis mit wachsenden Haushaltsproblemen konfrontiert, und die Wiedereinführung der Gebühren könnte Millionen an Mehreinnahmen bringen.

Die CDU sicherte sich bei den Kommunalwahlen 2020 die Mehrheit im Dürener Kreistag. Ihr Wahlprogramm umfasste Versprechen, die Ganztagsbetreuung auszubauen und die Kosten für Familien niedrig zu halten. Mit einem neuen Kreistag und Landrat, die am 1. November ihr Amt antreten, könnte sich die politische Haltung zu den Gebühren jedoch ändern. Die Bezirksregierung Köln hat den Kreis Düren aufgefordert, bis zum 23. Oktober Stellung zu der möglichen Regelungsänderung zu nehmen. Sollte der Kreistag die Wiedereinführung der Gebühren ablehnen, wird die Bezirksregierung eine neue Frist für die Umsetzung setzen. Ab August 2026 soll ein gestaffeltes System gelten, bei dem Familien mit einem Bruttoeinkommen von bis zu 45.000 Euro jährlich keine Kosten tragen. Viele Eltern fühlen sich von der politischen Entwicklung im Stich gelassen. Der Elternbeirat des Jugendamts wirft den Verantwortlichen vor, die Familien nicht ausreichend über die mögliche Rückkehr der Gebühren informiert zu haben.

Eine Entscheidung über die Kita-Gebühren in Düren steht bevor – geprägt von finanziellen und politischen Erwägungen. Falls die Gebühren zurückkehren, wird dies ab 2026 in Form eines gestuften Modells geschehen. Der Kreis muss nun abwägen zwischen Haushaltskonsolidierung und den Wahlversprechen, die man den Familien in der Vergangenheit gegeben hat.