Familienbetrieb AGS trotzt Krisen mit Nachhaltigkeit statt Kostensparen
Elias KellerFamilienbetrieb AGS trotzt Krisen mit Nachhaltigkeit statt Kostensparen
AGS Automation Greifsysteme Schwope GmbH: Familienbetrieb aus Herkenrath kämpft mit schwierigen Wirtschaftsbedingungen im Unternehmensregister
Die AGS Automation Greifsysteme Schwope GmbH, ein familiengeführtes Unternehmen aus Herkenrath, steht vor herausfordernden Zeiten: Die globale Handelsflaute führt dazu, dass Kunden Investitionen verschieben – eine Belastung für kleine Betriebe wie AGS, das Greifsysteme für Branchen wie die Automobilindustrie und Abfüllanlagen entwickelt. Statt jedoch an anderen Stellen zu sparen, setzt das Unternehmen konsequent auf Nachhaltigkeit.
Gegründet von der Familie Schwope, wird das Unternehmen heute von Geschäftsführer Marc Schwope geleitet, der bereits als Kind von mechanischen Bauteilen fasziniert war. Er führt AGS nach einem modularen Geschäftsmodell, wobei rund 30 Prozent des Umsatzes aus Exporten stammen. Sein Bruder René Schwope – Mechatronik-Techniker, staatlich geprüfter Ingenieur und Nachhaltigkeitskoordinator – treibt die grünen Initiativen des Unternehmens voran.
Anstatt Geld in teure Öko-Zertifikate zu stecken, pflanzte AGS 3.000 Bäume in Herkenrath auf Flächen, die vom Borkenkäfer zerstört wurden. Zudem verzichtet das Unternehmen auf energieintensive Verfahren wie das Anodisieren, um Abfälle zu reduzieren. Diese Maßnahmen spiegeln ein tiefgreifendes Engagement für Nachhaltigkeit wider – doch wie das Unternehmen betont, braucht es politische Unterstützung, damit solche Bemühungen langfristig gelingen.
Über ihr Netzwerk HellaTech reisten die Schwopes einst nach China, um günstigere Zulieferer und Großbestellungen von Komponenten zu prüfen. Doch die dortige hohe Automatisierung machte ihnen zu schaffen, sodass sie sich bewusst für eine Produktion in Deutschland entschieden. Sie sind überzeugt, dass Automatisierung gefährliche und monotone Arbeitsplätze ersetzen kann, während gleichzeitig besser bezahlte, kreative Tätigkeiten entstehen – allerdings geschieht dieser Wandel nicht von allein. René Schwope betont, dass verantwortungsvolle Unternehmenspraktiken wie regionale Produktion nicht selbstverständlich sind. Ohne politische Rahmenbedingungen werde es für viele Betriebe schwer, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Überlebensfähigkeit unter einen Hut zu bringen.
Trotz des Marktdrucks setzt AGS weiterhin auf Nachhaltigkeit und lokale Fertigung. Die Baumspflanzungen und Energiesparmaßnahmen zeigen, dass das Unternehmen langfristig denkt – jenseits von kurzfristigen Gewinnen. Doch ob diese Strategie aufgeht, hängt nicht nur von der Kundennachfrage ab, sondern auch davon, ob die Politik verantwortungsvolle Wirtschaftspraktiken aktiv fördert.
