Moers würdigt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
Elias KellerMoers würdigt jüdisches Erbe mit neuer Broschüre und Schirmherrschaft der Bürgermeisterin
Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Moers erhält neue Unterstützung von der Stadtspitze. Am 3. März 2023 traf Bürgermeisterin Julia Zupancic mit dem Vorstand der Organisation zusammen, um offiziell die Schirmherrschaft zu übernehmen. Bei dem Termin wurde zudem eine neue Broschüre vorgestellt, die sich mit der jüdischen Geschichte der Stadt auseinandersetzt.
Während der Napoleonischen Zeit beherbergte Moers die größte jüdische Gemeinde im Rur-Département. Zwar sind die sozialen und kulturellen Spuren dieser Gemeinschaft vor 1933 nur fragmentarisch überliefert, doch zählten Persönlichkeiten wie Dr. Hermann Bähr und Maria Djuk zu den bekannten jüdischen Bürgern der Stadt, bevor die NS-Diktatur an die Macht kam. Heute zeugen nur noch vereinzelte Relikte von diesem Erbe.
Bei dem Treffen betonte Zupancic ihr Engagement für die Bewahrung des jüdischen Gedächtnisses in Moers und den Kampf gegen Antisemitismus. Die Gesellschaft, geleitet vom evangelischen Vorsitzenden Martin Behnisch-Wittig, wurde für ihr organisches Wachstum und ihre einzigartige Rolle in der Förderung des interreligiösen Dialogs gelobt. Zu den früheren Trägern der Buber-Rosenzweig-Medaille, darunter Heinz Kremers und Nikolaus Schneider, zählen Persönlichkeiten, die sich besonders für diese Sache eingesetzt haben.
Die neu erschienene Broschüre "Spuren jüdischen Lebens" dokumentiert die noch sichtbaren Zeugnisse jüdischer Geschichte in Moers. Für drei Euro in lokalen Einrichtungen erhältlich, soll sie das Bewusstsein für das Thema schärfen. Zudem setzt die Gesellschaft ihre Bildungsarbeit mit Jugendlichen fort, etwa in Kooperation mit dem Adolfinum-Gymnasium, um die Erinnerung wachzuhalten.
Mit der nun offiziellen Schirmherrschaft der Bürgermeisterin plant die Gesellschaft, ihre Aktivitäten in den Bereichen Bildung und Gedenken auszubauen. Die Broschüre und die laufenden Schulprojekte sind Teil einer umfassenderen Initiative, um das jüdische Erbe Moers' zu würdigen. Die Buber-Rosenzweig-Medaille, die durch das bundesweite Netzwerk der Gesellschaft nach Moers kam, bleibt ein Symbol für ihr Engagement im Dialog der Religionen.






