NRW bleibt bei Klimaneutralität bis 2045 – trotz Hamburgs schnellerem Tempo
Marie KrügerNRW bleibt bei Klimaneutralität bis 2045 – trotz Hamburgs schnellerem Tempo
Nordrhein-Westfalen (NRW) treibt seine Klimaziele voran – trotz Hamburgs vorgezogener Neutralitätspläne. Trotz der Entscheidung Hamburgs, seine Klimaneutralität früher zu erreichen, hält NRW an seinem Vorhaben fest, bis 2045 die erste klimaneutrale Industrieregion Europas zu werden. Lokale Umweltschutzverbände sehen keine Kursänderung in den Plänen des Landes, auch wenn andere Regionen ihre Fristen verschärfen.
NRW hat bereits Fortschritte bei der Reduzierung der Emissionen gemacht: Bis 2020 übererfüllte das Land sein ursprüngliches Ziel einer 25-prozentigen Senkung und erreichte stattdessen einen Rückgang um 39 Prozent. Nun strebt NRW eine Reduktion um 65 Prozent bis 2030 und um 88 Prozent bis 2040 an, bevor 2045 die vollständige Klimaneutralität erreicht werden soll.
Die schwarz-grüne Landesregierung besteht auf dem Zieljahr 2045. Ihre Strategie umfasst die Verdopplung der Wind- und Solarenergie-Kapazitäten auf mindestens 34 Gigawatt bis 2030. Zudem sollen bis dahin eine Elektrolyse-Kapazität von einem Gigawatt für Wasserstoff aufgebaut und der Anteil erneuerbarer Wärme auf 30 Prozent gesteigert werden. Über 100 Maßnahmen sind Teil dieses Energie- und Wärmeplans. Da NRW mit seiner Schwerindustrie – insbesondere den Metall- und Chemiebranchen – das energieintensivste Bundesland Deutschlands ist, rechnet die Regierung mit einem Bedarf von etwa fünf Gigawatt an Gaskraftwerken, um die Transformation zu stützen. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW hält diese Schätzung jedoch für zu hoch.
Die öffentliche Verwaltung in NRW soll bereits 2030 klimaneutral werden – fünf Jahre vor dem allgemeinen Landesziel. Die Verantwortlichen betonen, dass die bestehenden Maßnahmen ausreichen, um den Kurs ohne Anpassung des 2045er-Termins zu halten.
NRWs Klimafahrplan bleibt unverändert: Im Mittelpunkt stehen der Ausbau erneuerbarer Energien und der Wasserstoffinfrastruktur. Die industrielle Prägung und der hohe Energiebedarf des Landes machen die Umsetzung komplex, doch die Landesregierung ist überzeugt, dass ihre Maßnahmen bis 2045 zur Neutralität führen werden. Umweltverbände in der Region fordern trotz der beschleunigten Pläne anderer Länder wie Hamburg keine Nachbesserungen.
