Pflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Heime werben verzweifelt Fachkräfte aus dem Ausland an
Marie KrügerPflegenotstand in Düsseldorf und Mönchengladbach: Heime werben verzweifelt Fachkräfte aus dem Ausland an
Pflege- und Seniorenheime in Düsseldorf und Mönchengladbach kämpfen mit massivem Personalmangel, während die Nachfrage nach Langzeitpflege weiter steigt. In Düsseldorf ist bereits jeder zehnte Einwohner auf Pflegeleistungen angewiesen, die Wartelisten werden immer länger. Um die Krise zu bewältigen, werben die Einrichtungen nun gezielt Fachkräfte aus dem Ausland an – darunter auch aus den Philippinen – und setzen gleichzeitig auf Ausbildungsprogramme, um mehr Personal vor Ort zu gewinnen.
Besonders dramatisch ist die Situation in Mönchengladbach, wo mehr als jeder zehnte Bürger Langzeitpflege bezieht. Dieser hohe Anteil hängt auch mit der Arbeitergeschichte der Stadt zusammen, die geprägt ist von ihrer textilen Vergangenheit. Viele Bewohner des Caritas-Pflegeheims im Stadtteil Holt benötigen bereits seit Jahren Unterstützung, was das ohnehin überlastete System zusätzlich belastet.
Als Reaktion darauf hat die Caritas-Einrichtung in Mönchengladbach-Holt damit begonnen, international Personal zu rekrutieren. Zwei neue Mitarbeiter aus den Philippinen arbeiten seit zwei Wochen vor Ort. Bei akutem Personalmangel springen mitunter sogar Bewohner selbst bei einfachen Aufgaben ein. Für eine langfristige Lösung bietet der Caritasverband Region Mönchengladbach e.V. Ausbildungsplätze für examinierte Pflegekräfte an, während die St. Augustinus Akademie für Gesundheitsberufe vor allem Physiotherapeuten theoretisch ausbildet – mit praktischen Einsätzen in regionalen Einrichtungen. Doch trotz dieser Maßnahmen könnte die Zahl der Pflegebedürftigen in der Region bis 2050 um ein Drittel auf rund 1,6 Millionen steigen.
Angesichts der wachsenden Nachfrage erweitern Pflegeheime in Düsseldorf und Mönchengladbach ihre internationale Personalgewinnung und bauen die lokale Ausbildung aus. Die Maßnahmen sollen den Personalmangel lindern – doch der steigende Bedarf wird das System auch in den kommenden Jahrzehnten vor große Herausforderungen stellen.
