Sozialkarte für Flüchtlinge: NRW testet umstrittenes Prepaid-System mit strengen Limits
Marie KrügerSozialkarte für Flüchtlinge: NRW testet umstrittenes Prepaid-System mit strengen Limits
Neues Prepaid-Kartensystem für Flüchtlinge: "Sozialkarte" wird in Teilen Nordrhein-Westfalens eingeführt
In Teilen Nordrhein-Westfalens wird ein neues Prepaid-Kartensystem für Asylsuchende eingeführt. Die sogenannte Sozialkarte soll die Auszahlung von Sozialleistungen vereinfachen und den bürokratischen Aufwand für Flüchtlinge wie Behörden verringern. Doch das Vorhaben bleibt umstritten – nur ein Drittel der Kommunen in der Region plant bis 2026 die Einführung.
Die Sozialkarte funktioniert wie eine herkömmliche Visa-Debitkarte, auf die monatlich die staatlichen Leistungen geladen werden. Sie ist überall dort einsetzbar, wo Visa akzeptiert wird, schränkt jedoch internationale Überweisungen ein und begrenzt Bargeldabhebungen auf 50 Euro pro Monat. Befürworter argumentieren, das System reduziere Bürokratie und stelle sicher, dass die Mittel zweckgebunden verwendet werden.
Der Kreis Coesfeld hat bereits mit der Ausgabe der Karten begonnen, benachbarte Gemeinden ziehen nach. In Ascheberg sollen bis März 2026 alle Flüchtlinge das System nutzen. Auch die umliegenden Kommunen Lüdinghausen, Olfen, Dülmen und Nordkirchen beteiligen sich, ebenso wie größere Städte wie Borken, Ahaus und Lippstadt. Doch es gibt weiterhin Widerstand: Münster lehnt das Modell kategorisch ab, viele andere Räte zögern. Das Ergebnis ist ein uneinheitliches Bild in der Region – eine einheitliche Lösung ist nicht in Sicht.
Bis Anfang 2026 werden mindestens zehn Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen die Sozialkarte eingeführt haben. Die Beschränkungen bei Bargeld und Überweisungen sollen die Ausgaben kontrollieren, doch die zögerliche Umsetzung zeigt: Die Debatte darüber hält an. Vorerst bleibt die Regelung der Leistungen für Asylsuchende in der Region zersplittert.
