Wasserstoffstrategie 2030: Warum Deutschland seine Klimaziele kaum erreichen wird
Lara MeyerWasserstoffstrategie 2030: Warum Deutschland seine Klimaziele kaum erreichen wird
Deutschlands aktualisierte Nationale Wasserstoffstrategie setzt ein ehrgeiziges Ziel: Bis 2030 sollen 10 Gigawatt Elektrolysekapazität im Inland entstehen. Doch die aktuellen Zahlen zeigen eine deutliche Lücke zwischen Plan und Wirklichkeit. Bisher beträgt die installierte Leistung gerade einmal 181 Megawatt – weit entfernt vom angestrebten Meilenstein.
Selbst wenn alle angekündigten Projekte wie vorgesehen umgesetzt werden, könnte Deutschland bis 2030 auf 8,7 Gigawatt kommen. Dennoch bleibt der Fortschritt zäh. Bis Ende 2027 dürften lediglich bis zu 1,5 Gigawatt in Betrieb sein – ein erhebliches Defizit.
Viele Projektentwickler kämpfen mit Finanzierungshürden. Über 20 Vorhaben, die 2026 fertiggestellt werden sollten, wurden zwar angekündigt, doch nur wenige haben die endgültige Finanzierung gesichert oder mit dem Bau begonnen. Noch problematischer: Fast 3 Gigawatt der geplanten Kapazität wurden gestrichen oder verschoben, weil sie nicht vorankamen. Hohe Kosten und eine schwache Nachfrage verschärfen die Lage. Ohne stärkere finanzielle Unterstützung oder Marktanreize könnten die strategischen Ziele schwer zu erreichen sein.
Die überarbeitete Wasserstoffstrategie formuliert klare Ambitionen – doch bei der Umsetzung hinkt Deutschland hinterher. Angesichts gestrichener Projekte und Finanzierungsengpässe bleibt der Weg zu 10 Gigawatt ungewiss. Die Kluft zwischen Zielen und tatsächlichem Fortschritt unterstreicht die Dringlichkeit von schnellerem Handeln und höheren Investitionen.
