23 February 2026, 20:14

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein eigenes Kampfflugzeug

Ein deutsches Propagandaplakat aus dem Zweiten Weltkrieg, das eine Gruppe von Kampfflugzeugen in der Luft zeigt, mit Text, der die Flugzeuge und ihre Fähigkeiten beschreibt.

Ex-Airbus-Chef Enders zerpflückt Deutschlands Pläne für ein eigenes Kampfflugzeug

Der ehemalige Airbus-Chef Thomas Enders hat Deutschlands Pläne für einen eigenentwickelten Kampfflugzeugtyp scharf kritisiert und sie als 'gigantische Fehlallokation von Ressourcen' bezeichnet. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit wachsender Debatten über die Rolle des Landes in zukünftigen Kampfflugzeugprojekten. Stattdessen plädiert Enders für Investitionen in autonome Drohnensysteme und eine engere Zusammenarbeit mit internationalen Partnern wie Großbritannien oder Schweden.

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Enders argumentiert, dass Deutschlands Bestreben, ein Kampfflugzeug im Alleingang zu entwickeln, auf 'industriepolitischer Hybris' beruhe. Zwar räumt er ein, dass das Land technisch in der Lage sei, ein solches Flugzeug zu bauen, warnt jedoch vor explodierenden Kosten und jahrelangen Verzögerungen. Seine Haltung steht damit im direkten Widerspruch zu einem Vorschlag, der vom Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der IG Metall und dem aktuellen Airbus-Chef Guillaume Faury unterstützt wird. Diese schlagen vor, notfalls ein eigenständiges Programm zu verfolgen.

Die Uneinigkeit spiegelt auch die größeren Spannungen im Rahmen des Future Combat Air System (FCAS) wider, einem gemeinsamen Vorhaben mit Frankreich und Spanien. Anhaltende Streitigkeiten zwischen Airbus und Dassault über die Führung und eine faire industrielle Arbeitsteilung haben bereits erhebliche Rückschläge verursacht. Vor diesem Hintergrund erwägt die Bundesregierung Berichten zufolge das britische Global Combat Air Programme (GCAP) als schnellere Alternative – auch wenn offizielle Stellen öffentlich weiterhin ihre Bindung an das FCAS betonen.

Enders ist überzeugt, dass die Zukunft der militärischen Luftfahrt nicht in bemannten Kampfflugzeugen liegt, sondern in massenhaft produzierten, KI-gesteuerten Drohnen. Er prognostiziert, dass herkömmliche Jets in zwei Jahrzehnten nur noch eine untergeordnete Rolle spielen werden. Um nicht den Anschluss zu verlieren, rät er Deutschland, den Fokus auf die Entwicklung unbemannter Systeme zu legen, statt in teure, bemannte Plattformen der nächsten Generation zu investieren.

Deutschland steht nun vor der Entscheidung, entweder am problembehafteten FCAS-Projekt festzuhalten, sich dem britischen GCAP anzuschließen oder einen eigenen Kampfflugzeugtyp zu entwickeln. Enders' Warnungen unterstreichen die finanziellen und strategischen Risiken eines Alleingangs. Gleichzeitig könnte der Wandel hin zu autonomen Systemen die Verteidigungsprioritäten des Landes in den kommenden Jahren grundlegend verändern.