Rebellische Dresdner Künstler trotzten der DDR mit freiem Geist und unabhängigen Ausstellungen

Leon Kraus
Leon Kraus
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Ein Vintage-Plakat für die Große Ausstellung der Schönen Künste auf der Weltausstellung der Schönen Künste in Dresden, Deutschland, 1904, mit auffälligem Text, der das Ereignis ankündigt.Leon Kraus

Rebellische Dresdner Künstler trotzten der DDR mit freiem Geist und unabhängigen Ausstellungen

Dresden, einst ein zentraler Kunstort in der DDR, richtete seit 1953 alle fünf Jahre große Ausstellungen im Albertinum aus. Doch eine Gruppe von Künstlern, die an der renommierten Hochschule für Bildende Künste der Stadt studiert hatten, geriet bald in Konflikt mit den Staatsbehörden – nicht wegen ihrer Werke selbst, sondern wegen ihrer Lebensweise und der Art, wie sie diese ausstellten.

Viele dieser Künstler, darunter Eberhard Göschel, Hans Scheib, Helge Leiberg und Cornelia Schleime, hatten an der Hochschule für Bildende Künste studiert, einer Institution, die bis in die späten 1970er-Jahre den Sozialistischen Realismus förderte. Ihre frühen Stile waren von der expressionistischen Tradition der Brücke geprägt – einer Bewegung, die in der DDR offiziell nicht anerkannt wurde.

Die Auseinandersetzungen mit dem Staat begannen nicht wegen ihrer künstlerischen Freiheit, sondern wegen ihres Lebensstils und ihrer unabhängigen Ausstellungspraxis. Eberhard Göschel gründete mit anderen die Obergrabenpresse, eine Verlagsinitiative in Dresden, während Hans Scheib private Ausstellungsräume in Berlin-Prenzlauer Berg und Dresden-Loschwitz eröffnete. Gemeinsam mit Helge Leiberg organisierten sie thematische Gruppenausstellungen im Leonhardi-Museum in Dresden-Loschwitz, was 1982 zu dessen vorübergehender Schließung führte.

Der Staat reagierte mit Repressionen: Ausstellungs-, Aufführungs- und Arbeitsverbote sowie Überwachung durch die Stasi. Die meisten Künstler verließen schließlich die DDR in Richtung Westdeutschland – mit Ausnahme von Eberhard Göschel, der ursprünglich aus Bayern stammte. Eine bekannte Persönlichkeit, Gerhard Richter, war bereits 1959 emigriert, lange vor dem Mauerfall.

Die Herausforderungen der Künstler ergaben sich nicht aus ihren künstlerischen Entscheidungen, sondern aus ihrer Weigerung, sich den staatlich kontrollierten Ausstellungsregeln zu unterwerfen. Ihre Abwanderung schwächte die alternative Kunstszene der DDR, doch ihre Werke fanden über die Grenzen hinaus Anerkennung. Als die Mauer fiel, hatten viele von ihnen bereits Karriere in der Bundesrepublik gemacht.

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